Schattenspiele
Seetaucher Momente

Schattenspiele

Der Schatten knabbert an meinen Schuhspitzen,
frisst sich langsam meine Knöchel hoch.

Die letzten Strahlen Sonne streicheln meine Haare,
mein Kopf sinkt aus den Wolken.

Der Schatten klettert an mir hoch und zieht den Abend hinter sich her. Die Nacht möchte empfangen werden, hat Stille und Einsamkeit bei sich.
Auf Zehenspitzen, sehe ich den letzten Rest Sonnenkugel, bis sie hinter dem Horizont versinkt und jemand Anderem eine neue Möglichkeit schenkt.
Auf meiner Seite des Horizontes, kommt das Leben zur Ruhe. Es besinnt sich, legt sich schlafen, träumt.

Ich kann das nicht.

In meinem Kopf, toben die Gedanken. Verstreuen und verteilen sich in jede Windung. Ich kann sie nicht einfangen, einräumen, ihnen Einhalt gebieten. Meine Gedanken sind geprägt von Selbstzweifel, die langsam zu Selbsthass führen.

Ich bin rastlos, finde aber keinen Weg. Ich kenne meinen Standort nicht und mein innerer Kompass, dreht sich wie ein Windrad im Sturm

Es ist dunkel geworden und Kälte hüllt mich ein. Eine Gänsehaut breitet sich auf meinem Körper aus und ich schaue mich wild um.
Die Angst greift nach mir. Sie will sich über mich legen und mich beschweren.
Ich drehe mich schnell um, laufe mit großen Schritten nach Hause, bringe mein Herz zum überschlagen.

In meiner Wohnung schließe ich die Fenster, sperre die Angst aus. Schalte jedes Licht an und verbrenne die Dunkelheit. Greife nach dem Radio und die Stille verzieht sich in die letzten Ecken und Ritzen die nicht mit Musik ausgefüllt sind.

Ich sollte lernen, habe aber keine Lust. Ich könnte nach einem Job und einem Neuanfang suchen, weiß aber nicht wo ich mit der Suche beginnen sollte. Suche im Kühlschrank nach Essen, finde Bier.

Auf dem Flaschenboden finde ich keine Antworten, aber Erinnerungen.

An lange, leichte Nächte, endlos scheinende Feste, reißfeste Freundschaftsgeflechte.

Wann ist das verloren gegangen? Wo muss ich danach suchen? Wer waren diese Menschen?
Diese Menschen haben ihren Weg gefunden.

Von Hipster zu Homeoffice, Haus, Hund, Horde an Kinder – Endstation: Spießer sein.
Ich habe keinen Standort, keinen Plan, noch nicht einmal eine Lebensmittelunverträglichkeit.

Das Bier macht müde, die Gedanken habe ich ertrunken, meine Augen fallen zu.
Wieder eine Nacht geschafft, wieder alle Schatten verjagt und gleich stehe ich im Sonnenschein.
Vor mir die Möglichkeit, meinen Weg zu finden und auch Spießer zu werden.

Schattenspiele in Dänemark

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